Die Geschichte des Illenauwiesen Campus – von einer Heimatentscheidung zu einem der ambitioniertesten Bauprojekte, die Achern je gesehen hat.
Was als IT-Campus eines Acherner Software-Unternehmens geplant war, ist zu einem lebendigen Stück Innenstadt geworden: ein Ort, an dem Wohnen, Arbeiten, ein Hotel und der Alltag zusammenfinden – nachhaltig gedacht, gemeinsam gebaut, direkt am Park.
Am Anfang stand keine Fläche, sondern eine Entscheidung. Marco Beicht, in der Ortenau aufgewachsen und Gründer des schnell wachsenden Software-Unternehmens powercloud, suchte einen neuen Firmensitz. Viele Standorte hätten sich angeboten – doch Beicht wollte bleiben, wo er verwurzelt ist.
powercloud entwickelt Software für Energieversorger und war innerhalb weniger Jahre von der Idee zum international beachteten Anbieter geworden. Statt in eine Großstadt abzuwandern, fiel die Wahl bewusst auf Achern. Aus dieser Heimatverbundenheit erwuchs ein größerer Gedanke: nicht nur ein Bürogebäude zu errichten, sondern der Stadt etwas zurückzugeben.
2020 erwarb Beichts Projektgesellschaft KAREMHA real estate eine rund 20.000 m² große Teilfläche der Illenauwiesen – ein Areal am Rand der historischen Illenau, das über Jahrzehnte militärisch genutzt worden und danach weitgehend brachgefallen war. Aus einer ungenutzten Wiese mitten in der Stadt sollte ein zusammenhängendes Quartier entstehen.
Von Beginn an war der Campus mehr als ein Arbeitsplatz. Unter dem Leitgedanken „Die Energiewende hält Einzug in Achern“ entstanden rund 140 Wohnungen, ein Hotel, Büros, Gewerbe und tägliche Services auf einem weitgehend autofreien Areal – CO₂-neutral betrieben, mit begrünten Dächern und eigenem Solarstrom. Rund 105 Millionen Euro flossen in ein Vorhaben, das Wohnen und Arbeiten neu zusammendenken sollte.
„Ich wohne in Achern, und ich will hier nicht weg.“
Gebaut wurde ab Sommer 2021 – und zwar in zwei Baufeldern, die parallel, mit leichtem zeitlichem Versatz, hochgezogen wurden. Zwei fest installierte Baukameras hielten die Entstehung aus unterschiedlichen Perspektiven fest; ihre Zeitraffer zeigen nicht zwei Bauphasen nacheinander, sondern zwei Blickwinkel derselben Bauzeit. 2022 stand der Rohbau des ersten Baufelds, Ende 2023 zog powercloud in seinen neuen Hauptsitz.
Was in der Presse zunächst als „IT-Campus“ oder „powercloud-Campus“ firmierte, bekam während des Baus den Namen seines Ortes: Illenauwiesen Campus. 2024 war das Quartier fertig – heute leben, arbeiten und wohnen hier Menschen Tür an Tür, mit Hotel, Gastronomie und Services vor der Haustür. Aus einer Heimatentscheidung ist ein Stück Stadt geworden.
Sechs Stationen von der ersten Entscheidung im Gemeinderat bis zum bezogenen Campus.
Der Acherner Gemeinderat beschließt mit deutlicher Mehrheit das städtebauliche Konzept für die Illenauwiesen – Grundlage für Büro, Wohnungen, Hotel und einen öffentlichen Park am Mühlbach.
Oberbürgermeister Klaus Muttach und Marco Beicht unterzeichnen den Vertrag über rund 20.000 m². Die geplante Investition: rund 105 Millionen Euro.
Gemeinsam mit Landesministerin Nicole Razavi fällt der Startschuss; ab August rücken die Bagger an. Razavi: „So kann städtebauliche Zukunft aussehen.“
Der Rohbau des ersten Baufelds mit Hotel, Büros und Wohnungen steht – parallel läuft bereits der Aushub von Baufeld 2.
Das Software-Unternehmen bezieht seinen neuen Hauptsitz auf dem Campus – der Kern der ursprünglichen Idee wird Wirklichkeit.
Das Quartier ist fertig: Wohnen, Arbeiten, Hotel und Services an einem Ort – heute unter dem Namen Illenauwiesen Campus.
Ursprünglich als IT-Campus der powercloud konzipiert, war das Quartier von Anfang an mehr als ein Firmensitz – ein Modell für nachhaltiges Wohnen und Arbeiten. Gründer und Bauherr Marco Beicht hat die Idee in zahlreichen Interviews beschrieben.
Er muss smart sein, wir wollen ohne Emissionen mehr Energie erzeugen als wir verbrauchen und es geht um die Zukunft des Wohnens.
Der Blick in den Park und das weitläufige Design schafft eine sehr hohe Arbeits- und Wohnqualität.
Der IT-Campus Achern ist ein innovatives Pilotprojekt, das wegweisend sein wird für die Wohnungswirtschaft von morgen.
Wir wollten einen Ort mit hoher Lebensqualität finden, einen Platz, an dem Top-Talente gern leben und arbeiten.
Das ist ein riesengroßer Meilenstein für die Stadt und Powercloud. Wir bauen ein Stück Stadtgeschichte.
Was wir hier in Achern hochziehen, ist schon eine Stadt in der Stadt.
Eine fest installierte Baukamera hat Baufeld 1 über die gesamte Bauzeit festgehalten – von der freien Fläche bis zum fertigen Gebäude. Mit Baufeld 1 begann der Bau; es startete etwas früher als Baufeld 2.
KfW40-Standard, CO₂-neutraler Betrieb und eigener Solarstrom – Ökologie war Voraussetzung, nicht nachträgliche Zugabe.
Wohnen, Arbeiten und Services an einem Ort schaffen Begegnung – kurze Wege statt anonymer Nachbarschaft.
Direkt am Stadtpark und fußläufig zur Innenstadt von Achern – urbane Nähe und Grün zugleich.
Eine zweite Baukamera zeigt Baufeld 2 aus einer anderen Perspektive – parallel gebaut, mit leichtem zeitlichem Versatz zum ersten. Die beiden Zeitraffer laufen also nicht nacheinander, sondern zeigen zwei Blickwinkel derselben Bauzeit.
Ein Quartier entsteht nicht über Nacht – aber wenn Haltung, Handwerk und ein langer Atem zusammenkommen, entsteht ein Ort, der bleibt.